Augustinus
Im Leben von Augustinus, der von 354 bis 430 lebte, können wir den Übergang von der Spätantike zum Frühmittelalter studieren. Augustinus wurde im Städtchen Tagaste in Nordafrika geboren, ging aber schon mit sechzehn Jahren zum Studium nach Karthago. Später besuchte er Rom und Mailand und verbrachte die letzten Jahre seines Lebens als Bischof von Hippo, dreißig oder vierzig Kilometer westlich von Karthago. Aber er war nicht sein ganzes Leben lang Christ. Augustinus versuchte sich an viele n religiösen und philosophischen Strömungen, ehe er zum Christen wurde. Eine Zeitlang war er Manichäer. Die Manichäer waren eine für die Spätantike sehr typische Sekte. Sie verkündeten eine halb religiöse und halb philosophische Heilslehre. Sie teilten die Welt in Gut und Böse, Licht und Finsternis, Geist und Stoff ein. Kraft ihres Geistes konnten sich die Menschen über die Welt des Stoffes erheben und auf diese Weise die Grundlage für die Erlösung ihrer Seele schaffen. Aber die scharfe Trennung zwischen Gut und Böse ließ Augustinus keine Ruhe